18. 06. 2018

Berufsausbildungsverträge online ausfüllen und versenden

Bereits seit 2013 bietet die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen den Ausbildungsbetrieben den Service Berufsausbildungsvertrag-Online (BABV-Online) an. Dieses Verfahren ermöglicht, den Ausbildungsvertrag direkt am PC auszufüllen. Die Betriebsdaten sind beim Öffnen schon ins Formular eingetragen, Ausbilder und Ausbildungsberufe sind hinterlegt. 

Plausibilitätsprüfungen erleichtern die Dateneingabe. Anschließend wird das Formular ausgedruckt und die Daten können verschlüsselt online an die Landwirtschaftskammer versandt werden. Der ausgedruckte und von allen Beteiligten unterschriebene Vertrag kann direkt wieder hochgeladen und mit den zugehörigen Anlagen ebenfalls digital versandt werden. Der postalische Versand ist somit nicht mehr erforderlich.

Nach den Bestimmungen des Berufsbildungsgesetzes muss der Vertrag aber vor Beginn der Ausbildung abgeschlossen werden. Die Erfassung in BABV‐Online muss daher rechtzeitig erfolgen. Allerdings ist es auch jedem Betrieb zu empfehlen, frühzeitig Bewerber für ihre Ausbildungsstellen zu binden. Der demografische Wandel führt bereits dazu, dass immer weniger junge Menschen in die Arbeitswelt treten. Wenn Betriebe zu lange mit der Suche warten, finden sie keine geeigneten Auszubildenden mehr.

Um die Internetanwendung BABV-Online nutzen zu können, sind zunächst die Nutzungsrechte zu beantragen. Hierfür steht ein Antragsformular auf der Homepage der Landwirtschaftskammer zur Verfügung. Dort finden Sie auch weitere Informationen zum BABV-Online.

Schauen Sie doch mal vorbei! https://www.landwirtschaftskammer.de/bildung/babv-online.htm 

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19. 06. 2018

Arbeitsvertrag und Niederschrift - Wichtige Dokumente für das Arbeitsverhältnis

© FM2 - Fotolia.com

Verträge drücken aus, was die Vertragspartner zum Zeitpunkt des Abschlusses wollen. Einen Arbeitsvertrag sollten Sie möglichst (immer) schriftlich abschließen. Sie und der Beschäftigte erhalten je ein von beiden Vertragsparteien unterschriebenes Exemplar. Der Arbeitsvertrag ist eine personenbezogene Unterlage und kommt in die Personalakte der betreffenden Arbeitskraft.

Elemente / Regelungen des Arbeitsvertrages:

1. Beteiligte
2. Qualifikation Arbeitnehmer/Art der Tätigkeit/Ort
3. Beginn/Ende des Beschäftigungsverhältnisses
4. Probezeit
5. Arbeitszeit
6. Lohnhöhe/evtl. Gewinnbeteiligung
7. Urlaub
8. Wochenendarbeit und Überstunden
9. Kündigungsfristen
10. Nebenleistungen/Nebenabreden
11. Unterschriften

Lassen Sie sich beraten! Nehmen Sie eine Beratung in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen in Anspruch. Zum Beispiel bei Ihrem Arbeitgeberverband www.wlav.de oder Ihrem Berufsverband mit Rechtsberatung www.rlv.de. So können Sie manches Problem, das sich aus Arbeitsverhältnissen ergeben kann, schon im Vorfeld vermeiden. Vordrucke für Ihren Arbeitsvertrag bekommen Sie bei den zuvor genannten Verbänden.

Ansprechpartner bei der Landwirtschaftskammer NRW: Hartmut Osterkamp, Arbeitnehmerberatung,
Telefon 0251 2376-369, E-Mail hartmut.osterkamp(at)lwk.nrw.de  


Tariflohn oder nicht?
Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer beide tariflich gebunden sind oder ein Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt wurde (Ministerium), muss mindestens der Tariflohn gezahlt werden. Besteht keine Tarifgebundenheit sind die Vertragsparteien frei in der Höhe des Entgeltes, können aber durchaus die tariflichen Regelungen zum Gegenstand ihres Arbeitsvertrages machen. Individuelle Gestaltung ist dann also unter Berücksichtigung der gesetzlichen Regelungen möglich. Auskunft über Tarifverträge in Nordrhein-Westfalen gibt das undefinedTarifregister Nordrhein-Westfalen.

Weitere Informationen gibt der Arbeitgeberverband der Westfälisch-Lippischen Land- und Forstwirtschaft e. V. Münster www.wlav.de oder die Land- und Forstwirtschaftliche Arbeitgebervereinigung des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes e. V. www.rlv.de.


Niederschrift gemäß Nachweisgesetz
Unabhängig davon, ob Sie einen mündlichen oder schriftlichen (auf jeden Fall zu empfehlen!) Arbeitsvertrag mit Ihrer Arbeitskraft schließen, müssen Sie einen schriftlichen Nachweis des Arbeitsverhältnisses erbringen. Dieses Gesetz gilt für alle Arbeitnehmer, es sei denn, dass sie nur zur vorübergehenden Aushilfe von höchstens einem Monat eingestellt werden.

Gemäß Nachweisgesetz muss spätestens nach einem Monat nach Beschäftigungsbeginn eine Niederschrift angefertigt werden, die die wesentlichen Punkte des Arbeitsverhältnisses enthält:

⇒ Name und Anschrift der Vertragsparteien
⇒ Datum Beginn des Arbeitsverhältnisses
⇒ bei befristeten Arbeitsverhältnissen die vorgesehene Dauer
⇒ Arbeitsort und wenn erforderlich Hinweis auf unterschiedliche Einsatzorte
⇒ kurze Beschreibung der zu leistenden Tätigkeit
⇒ Zusammensetzung und Höhe des Arbeitsentgeltes sowie Zuschläge, Zulagen, Prämien und Sonderzahlungen - und Fälligkeit der Entgeltzahlungen
⇒ vereinbarte Arbeitszeiten
⇒ Dauer des jährlichen Erholungsurlaubs
⇒ Kündigungsfristen
⇒ Hinweis auf Tarifvertrag, Betriebs- und Dienstvereinbarungen, die anzuwenden sind

Der Nachweis der wesentlichen Vertragsbedingungen in elektronischer Form ist ausgeschlossen. Arbeitnehmer, die eine geringfügige Beschäftigung nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch ausüben (Mini-Jobber), sind seit 2013 in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Es besteht auf Antrag Befreiungsmöglichkeit.
Die Nummern 6 bis 9 können durch einen Hinweis auf Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf das Arbeitsverhältnis anzuwenden sind, ersetzt werden. 
Gelten zu 8 und 9 die gesetzlichen Regelungen, so kann darauf verwiesen werden.

Hinweis! Erhält der Arbeitnehmer einen Arbeitsvertrag, der alle nach dem Nachweisgesetz erforderlichen Angaben enthält, entfällt die Verpflichtung zur Niederschrift. 

Weitere Einzelheiten finden Sie direkt im undefinedNachweisgesetz.

Berufsausbildungsverträge
Sonderregelungen gelten für Berufsausbildungsverträge. Die Mustervorlagen der zuständigen Stelle müssen verwendet werden. Außerdem muss der Berufsausbildungsvertrag bei der zuständigen Stelle eingetragen werden. Weitere Informationen zum Berufsausbildungsvertrag in den Berufen der Landwirtschaft und des Gartenbaus finden Sie auf der Website der undefinedLandwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen > Berufsbildung.

Arbeitszeit
Die Arbeitszeit wird im Arbeitsvertrag festgelegt und es gilt, gesetzliche und tarifliche Bestimmungen zu beachten. Nach § 3 des Arbeitszeitgesetzes darf werktäglich nicht länger als 8 Stunden gearbeitet werden. Die werktägliche Arbeitszeit kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.

Ist der Arbeitsaufwand im Jahresverlauf sehr unterschiedlich, so bietet sich ein Jahresarbeitszeitkonto an. Arbeitsspitzen mit vielen Überstunden werden in arbeitsärmeren Zeiten wieder ausgeglichen. Eine genaue vertragliche Regelung sollte hierzu getroffen werden. Wichtigste gesetzliche Grundlage ist das undefinedArbeitszeitgesetz (ArbZG).

Ansprechpartner bei der Landwirtschaftskammer NRW: Hartmut Osterkamp, Arbeitnehmerberatung, Telefon 0251 2376-369 E-Mail hartmut.osterkamp(at)lwk.nrw.de

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